Call for Papers

Motivation und Workshop-Themen

Erfolgreiches Wissensmanagement umfasst die Dimensionen Prozesse, Inhalte, Mensch, Unternehmenskultur und Informationstechnologie. Dabei ist ein wichtiger
Bestandteil die Modellierung des relevanten Wissens
  • auf einer Meta-Ebene z.B. bzgl. seines Anwendungskontexts, seiner Verfügbarkeit, seiner Wichtigkeit oder wie es zugreifbar ist, um die Relevanz des Wissens beurteilen und es einer Nutzung zuführen zu können;
  • auf der inhaltlichen Ebene, um (unter anderem) die Erfassung, Pflege, Verteilung und Verarbeitung des Wissens durch IT- Systeme zu unterstützen.
Die Erstellung geeigneter Wissensmodelle des zu behandelnden Wissens ist deshalb ein integraler Bestandteil von Wissensmanagementvorhaben.
Wissensmodellierung für Wissensmanagement beinhaltet zu einem guten Teil klassische Modellierungsaufgaben, wie z.B. Geschäftsprozessmodellierung, konzeptioneller Schema-Entwurf für Datenbanken, fachliche Modellierung als Teil des Software- Entwurfs. Jedoch ist die Modellierung im Wissensmanagement vor
allem durch zwei Anforderungen charakterisiert, die in diesem Workshop schwerpunktmässig untersucht werden sollen:
  • Integration von heterogenem Wissen:
Das zu modellierende Wissen zeichnet sich in der Regel durch einen hohen Grad an Heterogenität bzgl. Inhalt und Form aus:
    • Inhaltlich reicht es beispielsweise von Wissen über Abläufe, wie Geschäfts- und Wissensprozesse, über terminologisches Wissen, bis hin zu Erfahrungswissen.
    • Das Wissen kann textuell in Dokumenten abgelegt sein, strukturiert in Datenbanken, partiell formalisiert in fallbasierten Systemen oder formalisiert in Expertensystemen.
Trotz dieser Heterogenität muss das modellierte Wissen miteinander integrierbar sein, so dass Mitarbeiter über entsprechende Anwendungssysteme (soweit nötig) auf das gesamte Wissen in einheitlicher Weise zugreifen können.
  • Komponentenweise Modellierung:
Wissensmanagementprojekte beginnen oft mit einem hohen Mass an Undefiniertheit, da zunächst unklar ist, welches Wissen relevant ist, wie dieses Wissen zu unterstützen und in welchem Detaillierungsgrad es für welche Zwecke zu modellieren ist. Es bestehen deshalb die methodischen und technischen Herausforderungen,
    • die Analysephase geeignet zu steuern und die Modellierungsaufgaben möglichst
      rasch aufzuteilen,
    • die entstehenden Teilmodelle voneinander unabhängig zu halten, um ein hohes Mass an Flexibilität zu ermöglichen,
    • die Teilmodelle aber auch so zu gestalten, dass sie miteinander integrierbar sind.

Entsprechend dieser Anforderungen an die Wissensmodellierung im Wissensmanagement sind für den Workshop vor allem Beiträge zu den folgenden Themen von Interesse:
  • Modellierung von Wissen für Unternehmensgedächtnisse
  • Methodisches Vorgehen beim Aufbau von Unternehmensgedächtnissen
  • Integration heterogener Wissensquellen
  • Integration von Wissens- und Geschäftsprozessen
  • Methodisches Vorgehen in frühen Phasen von Wissensmanagement-Projekten, insbesondere bzgl. Bedarfsanalyse und initiale Strukturierung des Wissensraums
  • Einsatz von Referenzmodellen
  • Komponentenweise Modellierung für voneinander unabhängige, aber miteinander kombinierbare Teilmodelle

Darüber hinaus sind natürlich auch Beiträge willkommen, die sich mit anderen Aspekten der Modellierung für Wissensmanagement befassen.


Kontakt und Organisation
Ulrich Reimer, Fachhochschule St. Gallen,
Knut Hinkelmann, Fachhochschule Solothurn Nordwestschweiz,


Wichtige Termine
15.12.2005
Einreichung von Beiträgen
16. 1.2006
Benachrichtigung der Autoren
4. 2.2006
Endfassung der Beiträge


Einreichung von Beiträgen
Beiträge sind im PDF-Format einzureichen und sollten nicht länger als 12 Seiten ein. Sie können in Deutsch oder Englisch verfasst sein – die Tagungssprache wird jedoch Deutsch sein. Die Beiträge sind bis spätestens 15.12.2005 an die folgende Adresse zu schicken:

Da es sich um einen Workshop handelt, wo reichlich Zeit für die Diskussion zur Verfügung steht, wird explizit ermutigt, auch über "work in progress" zu berichten.


Programmkomitee
Andreas Abecker, FZI Karlsruhe
Brigitte Bartsch-Spörl, BSR Consulting
Ralph Bergmann, Universität Trier
Stefan Decker, DERI
Ulrich Frank, Universität Duisburg-Essen
Norbert Gronau, Universität Potsdam
Dimitris Karagiannis, Universität Wien
Mirjam Minor, Humboldt-Universität Berlin
Heinz Jürgen Müller, Berufsakademie Mannheim
Bodo Rieger, Universität Osnabrück
Leo Sauermann, DFKI Kaiserslautern
Steffen Staab, Universität Koblenz-Landau
Rudi Studer, Universität Karlsruhe
York Sure, Universität Karlsruhe
Rainer Telesko, Bosch
Klaus Tochtermann, TU Graz
Holger Wache, Vrije Universität Amsterdam
Robert Woitsch, BOC Wien

(zum Teil noch zu bestätigen)